WebDAV-Laufwerke verwenden

WebDAV ist ein Protokoll, mit dem man auf Onlinespeicher zugreifen kann. Die Datenübertragung findet verschlüsselt statt. Viele Mail-Dienstleister bieten Speicherplatz auf deren Server an, den man per WebDAV befüllen kann. Somit ist eine sinnvolle Ergänzung des Wolkenbüros um den weltweiten Zugriff auf eigene Dateien.
Zum Beispiel kann man bei GMX auch als Nutzer eines kostenlosen E-Mail-Kontos zwei Gigabyte Onlinespeicher verwenden. Alice bietet das ebenso an wie 1&1.
Etwas unkomfortabel ist der Speicherplatz über den Webbrowser und die Mediencenter zu erreichen.
WebDAV-Server kann man sehr einfach mittels des Total Commanders oder des kompatiblem Speed Commanders erreichen, dazu installiert man die Erweiterung WebDAV.
Man kann diese aber auch als Netzwerklaufwerk in Windows einbinden.

WebDAV als Netzwerklaufwerk unter Windows XP
Im Kontextmenü der Netzwerkumgebung wählt man Netzlaufwerk verbinden. Im folgenden Fenster klickt man auf Onlinespeicher anfordern oder mit einem Netzwerkserver verbinden. Die beiden folgenden Fenster werden durchgewunken. Wenn man gebeten wird eine Internet- oder Netzwerkadresse anzugeben, trägt man den Servernamen des Diensteanbieters ein. Im folgenden Fenster werden Benutzername und das dazugehörige Kennwort verlangt, das auch gespeichert werden kann; dann muss man das nicht bei jeder Verbindung erneut angeben. Auf fremden Rechnern ist das natürlich nicht angesagt. Man kann anschließend der Verbindung einen Namen geben.

WebDAV als Netzwerklaufwerk unter Windows 7
Das Kontextmenü Netzwerkadresse hinzufügen erhält man unter Windows 7, wenn man sich mit dem Windows Explorer auf dem Computer befindet. Nach einen Willkommen-Fenster geht es weiter mit Eine benutzerdefinierte Netzwerkadresse auswählen und der Eingabe des WebDAV-Servers und dessen Zugangsdaten.

WebDAV mit Laufwerksbuchstaben per Eingabeaufforderung eingeben
WebDAV-Speicher kann man ab Windows Vista auch mit der Kommandozeile oder Command-Datei als Laufwerk einbinden.
Mit

net use LW: https://Server

kann man dem Onlinespeicher einen Laufwerksbuchstaben zuordnen.
Nach der Eingabe oder Aufruf mit einer Batch-Datei muss man die Zugangskennung und das Passwort eingeben. Zum Beenden der Verbindung tippt man

net use LW: /delete

Das Laufwerk wird dann getrennt.

Einige WebDAV-Einstellungen
1&1
Server: https://webdav.office.1und1.de
Benutzername: E-Mail-Adresse
Kennwort: Kennwort des E-Mail-Kontos

Browserzugang: https://webdesk.1und1.de/ oder https://webmailcluster.1und1.de/

Alice
Server: https://dav.disk.alice.de
Benutzername: E-Mail-Adresse
Kennwort: Kennwort des E-Mail-Kontos

Browserzugang:
http://dsl.o2online.de/disk

GMX
Server: https://webdav.mc.gmx.net/
Benutzername: Kundennummer
Kennwort: Kennwort des E-Mail-Kontos

Browserzugang: https://mediacenter.gmx.net/

MagentaCLOUD
Server: https://webdav.magentacloud.de
Benutzername: E-Mail-Adresse
Kennwort: Um per WebDAV auf die magentafarbene Cloud zugreifen zu können, muss man in den Log-In-Einstellungen unter Hallo – Login-Einstellungen – „Zusätzliche Apps/Programme anderer Anbieter einrichten“ ein WebDAV-Passwort vergeben.
Auch für die Nutzung per FTP muss man hier ein Passwort eintragen.

Browserzugang: https://www.magentacloud.de

OneDrive (ehemals Skydrive)
Server: https://nodkgi.docs.live.net/<EIGENE ID*>/
Benutzername: Live-ID
Kennwort: Kennwort des Live-Kontos

Browserzugang: https://onedrive.live.com

Skydrive unterstützt nur Dateien mit Endungen von Office-Dokumenten. Allerdings können Dateien mit der Endung .docx, .pdf oder .xlsx verziert und hochgeladen werden.
Wenn das Microsoft-Konto mit Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt ist, muss man für den WebDAV-Zugang ein eigenes App Password erstellen, was unter https://support.microsoft.com/de-de/help/12409/microsoft-account-app-passwords-two-step-verification beschrieben wird.

* Die EIGENE ID ließt man am einfachsten aus der Adresszeile, wenn man sich bei Skydrive angemeldet hat. Sie steht hinter cid=, z. B. https://skydrive.live.com/#cid=1234567890ABCDE.
Aus Datenschutzaspekten sollten man sich sehr genau überlegen, was man in der Cloud ablegt.